Osterferien
Ostern 2010 fällt in Griechenland auf den 4./5. April.
Viele Leute wissen gar nicht genau, was eigentlich so besonders am griechischen Osterfest ist. Wir möchten Ihnen ein bisschen mehr hierzu erzählen.
Nirgends auf der Welt wird Ostern so intensiv gefeiert wie in Griechenland. Die gesamte Karwoche besteht aus Feierlichkeiten und Zeremonien, daher ist Ostern auf Kreta wirklich ein Erlebnis. Die Natur ist während dieser Zeit ebenfalls am schönsten. In der Karwoche, also der Woche vor Ostern, wird in Griechenland jeder Tag „groß" genannt, so zum Beispiel „großer Montag". An all diesen „großen" Tagen kann man in den Dörfern die geschäftigen Ostervorbereitungen beobachten. Fast alle Dörfer veranstalten ein Osterfeuer. Dieses wird am Karsamstag entzündet. Die Kinder und Jugendlichen sammeln hierfür die ganze Woche Holz, und die Dörfer wetteifern darum, wer das größte Feuer hat. Beim Holzsammeln werden die ganze Woche bereits Knallkörper gezündet, so dass es oft sehr laut werden kann.
In der Woche vor Ostern lohnt es sich, auf dem Dorfplatz zu sitzen. Alte griechische Frauen wandern vorbei, mit den Osterbroten, die sie zuhause oder im Ofen des Dorfbäckers backen. Überall werden Eier rot gefärbt, manchmal noch auf traditionelle Weise, so dass die Eier nach zwei Tagen von innen genauso rot sind!
Am Karfreitag („großer Freitag") geht jeder abends in die Kirche. Von der Kirche aus beginnt ein Umzug durchs Dorf, der Priester voraus. Ihm folgen junge Männer, die ein symbolisches Grab Jesu tragen. Meist sind dies die Männer, die im folgenden Jahr den Militärdienst antreten müssen – eine ungeschriebene Dorfregel. Die Jungen gehen mit dem geschmückten Grab an allen Kapellen und Kirchen des Dorfes entlang.
Alte gebeugte Frauen gehen ebenfalls unter dem Grab her, in der Hoffnung auf Wunder. Wenn der Zug zurück in die Kirche kommt, geht jeder nach Hause. Zuhause wird dann Salat und Fischsuppe gegessen. Am „großen Samstag" beginnt das eigentliche Fest. Nach der vierzigtägigen Fastenzeit (daran hält sich allerdings meist nur noch die ältere Generation) darf endlich wieder Fleisch und Milch verzehrt werden.
Am Samstag Abend ist wieder Kirchgang, und um Mitternacht verkündet der Priester, dass Christus auferstanden ist - allerdings ist der Priester meist nicht zu verstehen, denn sobald er vor die Kirchentür tritt, geht ein ohrenbetäubendes Feuerwerk los... Die Luft ist voll von rotem Rauch und es wird enorm viel geknallt. Früher wurde auf Kreta noch mit Pistolen geschossen – in den Bergdörfern sogar heutzutage immer noch.
Nun geht jeder mit einer Kerze zum Priester und entzündet sie am „heiligen Feuer", welches direkt aus Jerusalem kommt. Mit der brennenden Kerze geht nun jeder nach Hause. Das ist ein unglaublicher Anblick – es fahren sogar einige Familien im Auto nach Hause, nur damit die Kerze vor dem Erlöschen geschützt ist. Eigentlich gehört es sich aber, mit der Kerze in der Hand nach Hause zu laufen. Zuhause angekommen wird mit der Kerze ein schwarzes Rußkreuz über die Tür gemalt, als Zeichen für ein gutes Jahr.
Achten Sie mal darauf, wenn Sie nach Griechenland kommen: Sie werden über vielen Türen ein schwarzes Kreuz finden. Jetzt werden auch Eier kaputt geschlagen – Ei gegen Ei, ein kleiner Wettkampf. An diesem Abend wird viel gegessen.
Die Tradition am Ostersonntag ist, morgens ein Lamm am Spieß zu grillen. Das Feuer aus Oliven- und Traubenholz wird angesteckt, und es ist keine Kleinigkeit, das Lamm gar zu bekommen. Das Lamm muss nämlich gute 5 Stunden über dem Feuer gedreht werden. Daher wird schon morgens mit dem Grillen des Osterlamms begonnen, begleitet von einem Gläschen Wein... Am frühen Nachmittag beginnt das große Festmahl- die Familie kommt zu Tisch, es erklingt kretische Musik, und oft wird das Ganze so oder ähnlich am Ostermontag wiederholt. Kochen ist übrigens auch ein fester Bestandteil unserer Osterfeierlichkeiten, denn wir kochen gemeinsam mit unseren Gästen. Sie sind hierzu am Ostersonntag herzlich eingeladen!
Am Karfreitag („großer Freitag“) geht jeder abends in die Kirche. Von der Kirche aus beginnt ein Umzug durchs Dorf, der Priester voraus. Ihm folgen junge Männer, die ein symbolisches Grab Jesu tragen. Meist sind dies die Männer, die im folgenden Jahr den Militärdienst antreten müssen – eine ungeschriebene Dorfregel. Die Jungen gehen mit dem geschmückten Grab an allen Kapellen und Kirchen des Dorfes entlang.
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